Die Restrukturierung des westeuropäischen Parteienwettbewerbs in der Grossen Rezession.

with Hanspeter Kriesi and Jasmine Lorenzini, in: Anders, Lisa, Henrik Scheller und Thomas Tuntschew (Hrsg.), 2018, Parteien und die Politisierung der Europäischen Union. Wiesbaden: Springer VS, 39-72.

Abstract Der Parteienwettbewerb hat sich in Nordwesteuropa seit den 1980er Jahren sowohl mit Blick auf die Inhalte als auch die Akteurskonfiguration stark gewandelt. Vor dem Hintergrund dieser langfristigen Veränderungen konzentriert sich der vorliegende Beitrag auf die Frage, welche Auswirkungen die große Rezession und die Eurokrise auf die Strukturierung des Parteienwettbewerbs hatten: Dienten sie als Katalysator für einen Wandel, der sich bereits lange vor der Krise abgezeichnet hat? Oder haben sie die langfristigen Trends vielmehr umgekehrt und konstituieren sie einen neue „kritische Wende“ in der Entwicklung des nationalen politischen Raums in Nordwesteuropa? Im vorliegenden Beitrag versuchen wir, diese Fragen anhand einer Analyse der Strukturierung des Parteienwettbewerbs auf der politischen Angebotsseite von sechs Ländern, im Zeitraum von den 1970er Jahren bis zum Frühling 2015, zu beantworten. Die untersuchten Länder sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Österreich und die Schweiz. Insgesamt dominiert in unseren Resultaten die Kontinuität. Die Krise hat zwar Konflikte zu wirtschaftlichen Fragen in allen Ländern außer Frankreich verstärkt, aber zu einem deutlichen Wandel ist es nicht gekommen. Wenn dann haben sich die langfristigen Trends eher verstärkt als umgedreht.

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